Lärm, Stress und Kopfschmerz: Was tun gegen Lärm am Arbeitsplatz?

Zu viele Geräuschimpulse am Arbeitsplatz können die Gesundheit von Beschäftigten langfristig belasten. Lärm tritt am Arbeitsplatz öfter auf, als man zu denken glaubt. Oft werden Geräusche nur unterschwellig wahrgenommen und dennoch sind diese für den Körper belastend. Die Schutzprofis klären auf, ab wann ein Geräusch als Lärm eingestuft wird und was man dagegen tun kann.

Nicht jedes Geräusch ist als Lärm einzustufen

Lärm sind alle Geräusche, die das menschliche Wohlbefinden oder die Gesundheit in irgendeiner Weise beeinträchtigen. Allerdings kommt es dabei darauf an, wie ein Geräusch bewertet wird und in welcher Situation es auftritt. Bei Arbeiten, die eine hohe Konzentration benötigen, kann schon ein leises Geräusch stören und den Arbeitsfluss beeinträchtigen. Menschen empfinden vor allem jene Geräusche als belästigend, die sie als unnötig einschätzen, weil sie nicht natürlich sind. Dazu gehören vor allem Geräusche von technischen Geräten und Maschinen.

Lärmquellen am Arbeitsplatz

Hohe Lärmbelastungen gibt es vor allem bei der Industriearbeit und in der Baubranche, wo (Bau-)Maschinen einen hohen Geräuschpegel verursachen. Doch Laut wird es auch in Bereichen, die zunächst nicht offensichtlich mit Lärm und hohen Lautstärken in Verbindung gebracht werden, wie Bildungseinrichtungen und Büros. Im Büro sind klassische Lärmquellen Kollegen, die sich unterhalten und telefonieren sowie Geräusche von Bürogeräten und offenen Fenstern



Störende Geräusche im Zusammenspiel mit dem Körper

Langjährige berufliche Lärmeinwirkung, gerade im Industrie- und Baubereich, können zu schwer-wiegenden gesundheitlichen Folgen führen, die einen Verlust an Lebensfreude und -qualität mit sich bringen. Ein dauerhaft hoher Lärm- und Geräuschpegel führt zu psychischen und physiologischen Belastungen, welche Stressreaktionen zur Folge haben können, die sich negativ auf das Konzentrations-vermögen und die Leistung auswirken. In Bezug auf den Arbeitsplatz gibt §6 Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung zwei Werte vor:

  • Bei einer Lautstärke von 80 Dezibel muss der Arbeitgeber seinen Angestellten Ohrenschützer zur Verfügung stellen. Dieser Gehörschutz sollte von den Mitarbeitern genutzt werden, zur Verringerung bzw. Vermeidung des erhöhten Lärmpegels.
  • Stark erhöht ist der Lärm bei einer Lautstärke von 85 Dezibel bzw. bei einem Spitzenschalldruck von 137 Dezibel. Hier muss der Arbeitgeber nicht nur Gehörschutz zur Verfügung stellen, sondern auch tatsächlich den Einsatz überprüfen, da dieser getragen werden muss.

Wollen Arbeitgeber sicher sein, dass es nicht zu psychischen und physiologischen Belastungen durch eine hohe Lautstärke kommt, müssen Pegelgrenzen eingehalten werden. Ge­setzlich emp­foh­len ist zum Beispiel bei Büroarbeit eine maximale Lautstärke von 55 dB für überwiegend an­spruchs­vol­le geis­ti­ge Tätigkeiten, das entspricht dem Geräusch von Regen oder einem leisen Gespräch.

Die Schutzprofis geben Tipps für mehr Ruhe

Zuerst sollte analysiert werden, wo Lärmquellen und -ursachen im Unternehmen vorhanden sind. Dazu kann die Lautstärke in den einzelnen Räumen überprüft werden, Beschwerden von Mitarbeitenden gesammelt oder mit dem Betriebsrat gesprochen werden.

  • Lärmquellen ausfindig machen und zum Beispiel unnötig laute Arbeitsgeräte oder Maschinen ersetzen
  • Abstand zwischen Lärmquelle und Arbeitsplatz vergrößern
  • umhüllende Zwischenwände/Trennwände zwischen einzelnen Arbeitsplätzen einrichten
  • für eine ausreichende Absorption sorgen, sodass Geräusche nicht von den Wänden widerhallen, sondern möglichst geschluckt werden (Teppiche, Trennwände, Schallsegel, etc.)
  • organisatorische Maßnahmen, um Mitarbeitende nur für begrenzte Zeit in einer lauten Umgebung arbeiten zu lassen
  • Gehörschutz stellen (ab einer Durchschnittsbelastung von 85 dB(A) verpflichtend)

Gehörschutz gibt es in den unterschiedlichsten Varianten, sowohl Gehörschutzkapseln als auch Ohrstöpsel sind zum Schutz der Ohren vor Lärm geeignet. Weitere wichtige Fachinformationen zum Thema Lärm gibt es bei mehreren Berufsgenossenschaften. Weitere Fachinformationen zum Thema Lärm stellt unter anderem die Berufsgenossenschaft Bau auf ihrer Website zur Verfügung. Wir freuen uns aber auch immer über Tipps und Rückmeldungen von unseren Lesern & Leserinnen.