Presse: Die grüne Revolution | Green Glove Einmalhandschuh Sempermed

Einmalhandschuhe müssen verträglich sein – sowohl für die Haut als auch für die Umwelt. Mit dem Green Glove, dem „grünen Handschuh“, setzt Sempermed in beiderlei Hinsicht neue Maßstäbe.

Was wäre die moderne Welt ohne Handschuhe?

Von der Verkäuferin an der Wursttheke über die Reinigungskraft und den Krankenpfleger bis hin zum Tätowierer: In allen möglichen Berufen – und natürlich auch im privaten Bereich – schützt man sich heute alltäglich mit Einmalhandschuhen oder sorgt damit für mehr Hygiene. Dabei gibt es jedoch zwei Probleme: Manche Handschuhe enthalten Stoffe, die beim Träger Hautallergien verursachen können.

Außerdem verbraucht ihre Produktion Rohstoffe, Energie und Wasser – für die Umwelt ist also eine möglichst effiziente Herstellung wünschenswert. Sempermed geht beide Punkte proaktiv an. Und hat in Kooperation mit dem Forschungszentrum Polymer Competence Center Leoben (PCCL) einen neuen Handschuh entwickelt, der sowohl Haut als auch Umwelt schont: den Green Glove.

Anfang 2018 wird der neue Handschuh, gefertigt am Sempermed-Standort Kamunting in Malaysia, auf den Markt kommen. Und neue Maßstäbe setzen: „Der Green Glove wird aus Nitril und ohne Verwendung von Beschleunigern und Chlor hergestellt“, sagt Lean Seey Tan, Head of R&D Asia. „Außerdem spart er in der Produktion 17 Prozent CO2-Emissionen und 12 Prozent Wasser ein.“ Gelungen sei das durch einen revolutionären neuen Produktionsprozess, den ihr Team maßgeblich mitentwickelt hat.

Hergestellt werden solche Handschuhe, indem man Handschuhformen aus Keramik in ein Becken mit Nitrillatex taucht, den dabei gebildeten Film danach trocknet, unter Hitze vulkanisiert und dann die fertigen Handschuhe wieder abzieht. Damit die Handschuhe elastisch und reißfest sind, müssen sich dabei die Partikel des Nitrils über
Molekülbrücken vernetzen. Unter normalen Umständen würde diese Vernetzung ewig dauern. Darum werden Chemikalien zugesetzt, die den Prozess beschleunigen. Diese Beschleuniger sind es jedoch, die ähnlich wie Naturlatex, aus dem viele vergleichbare Handschuhe hergestellt sind, Allergien bei den Nutzern auslösen können.

„Wir spüren, dass Sempermed Nachhaltigkeit eine Herzensangelegenheit ist.“ Zitat: Marten Gigel, Profa Handisafe

„Deshalb verwenden wir Nitril als Grundstoff, das im Gegensatz zu Naturlatex keine allergieauslösenden Proteine enthält“, sagt Tan. „Und wir verwenden eine andere Methode, den Nitril-Latexfilm herzustellen, sowie einen anderen Vernetzungsprozess. Damit können wir auf Beschleuniger verzichten und Aufheiz- und Abkühlschritte reduzieren. Das wiederum spart sowohl Energie als auch Wasser.“

Innovationstreiber Nachhaltigkeit

Hinzu kommt der Verzicht auf eine Behandlung mit Chlor. Diese ist bei solchen Handschuhen normalerweise Standard und erleichtert dem Nutzer später das Anziehen. Der Green Glove wird stattdessen mit einem Polymer innenbeschichtet. Das ist zwar teurer, aber deutlich hochwertiger und schont bei verbesserten Anwendungseigenschaften die Gesundheit der Nutzer und die Umwelt. Durch die Optimierung der verbleibenden Produktionsschritte wurden die Mehrkosten kompensiert. „Mit dem Green Glove zeigen wir, dass im Streben nach mehr Nachhaltigkeit auch effizientere Produktionsabläufe entstehen“, sagt Lean Seey Tan.

„Sempermed geht da als Pionier voran.“

Dies bestätigt auch Marten Gigel von Profa Handisafe, einem Vertrieb für Einmalhandschuhe in Schweden: „Sempermed folgt da nicht einfach nur einem Trend. Als langjährige Kunden spüren wir vielmehr, dass diesem Unternehmen Nachhaltigkeit, also der Erhalt von Gesundheit und Umwelt, eine Herzensangelegenheit ist.“

Der Schwede ist überzeugt, dass der neue Handschuh in Skandinavien besonders guten Absatz finden wird. „Nicht nur, weil hier das Umweltbewusstsein immer
stärker wird – was sich nicht zuletzt darin zeigt, dass in Schweden die grüne Partei mit über zehn Prozent in die Regierung gewählt wurde. Sondern auch, weil in Skandinavien aufgrund der trockeneren Luft viel häufiger Probleme mit Hautirritationen auftreten.“ An die 30 Prozent aller Skandinavier, so Gigel, reagierten allergisch auf Naturlatexhandschuhe oder Beschleuniger. Im weltweiten Durchschnitt sind es nur sechs Prozent.

Udo Dürholt, Geschäftsführer der Firma Fipp Handelsmarken, die den gesamten deutschen Einzelhandel mit Einmalhandschuhen beliefert und Sempermed-Großkunde ist, meldet bereits die ersten Vorbestellungen für den Green Glove. „Die deutschen Endverbraucher achten heutzutage bei den Dingen des täglichen Gebrauchs immer mehr auf Nachhaltigkeit. Ohne diesem steigenden Bedürfnis nachzukommen, könnte ein Lieferant des Einzelhandels kaum mehr bestehen. Und darum brauchen wir Partner wie Semperit, die mit uns bei diesem Thema neue Wege beschreiten.“

Um den Green Glove herzustellen, wird zunächst der Rohstoff Nitrillatex mit Farbe, Stabilisatoren und anderen Zusatzstoffen gemischt. Dann werden die zuvor gereinigten, handförmigen Keramikformen eingetaucht. Der in diesem Prozess gebildete Film aus Nitril wird getrocknet und vulkanisiert, anschließend gewaschen. Statt sie zum Abschluss in einem Chlorbad zu behandeln, werden die Handschuhe mit einemmPolymer beschichtet. Danach werden sie automatisch von der Form gezogen, wobei der Handschuh auf links umgestülpt wird – die äußerlich aufgetragene Beschichtung ist nun also innen und erleichtert so dem Nutzer später auch das Anziehen.

Hohe soziale Standards

Dabei gehe es wohlgemerkt nicht nur um Nachhaltigkeit im ökologischen Sinne. Sondern auch um soziale Kriterien, also die Bedingungen, unter denen produziert wird. „Auch da ist Sempermed vorbildlich, die Werke sind zum Beispiel BSCI-zertifiziert“, sagt Dürholt. Dieses Zertifikat der Business Social Compliance Initiative für nachhaltige Unternehmensführung erhalten Firmen, die nicht nur hohe soziale Standards hinsichtlich Arbeitsschutz, Arbeitszeiten, Lohnniveau und so weiter erfüllen, sondern
diese auch regelmäßig „auditieren“, also überprüfen lassen. „Der Einzelhandel verlangt da von uns und unseren Lieferanten absolute Transparenz, damit er nachvollziehen kann, ob entlang der Lieferkette alles in Ordnung ist.“

Die Produktion des Green Glove entspricht also auch diesbezüglich den modernsten Standards. „In Sachen Umwelt geht er sogar darüber hinaus“, sagt Dürholt. „Durch den Verzicht auf Beschleuniger und Chlor wird er bei kommenden offiziellen Ökotests mit Abstand am besten abschneiden, das haben unsere eigenen Vergleichstests bereits gezeigt.“ Mit so etwas werbe der Einzelhandel natürlich gerne. Zumal der Green Glove nicht nur im frischen Mintgrün angeboten werden wird, wie man es etwa von Untersuchungshandschuhen in der Pflege oder Schutzhandschuhen in der Reinigung her kennt. In privaten Haushalten sind Kunden weiße Einmalhandschuhe gewohnt. Und deshalb wird es den Green Glove in Supermärkten auch in dieser
Farbe geben.

So wird also Sempermed mit dem Green Glove mehr denn je seinem eigenen Anspruch – und dem der Kunden – gerecht: so nachhaltig und innovationsstark zu handeln wie kein anderer Handschuhproduzent. Denn das tut nicht nur Gesundheit und Umwelt gut, sondern letztlich auch dem Unternehmen selbst. Man baut den Marktvorsprung aus, erreicht neue Kundenkreise und schafft neue Potenziale für die Zukunft. Allein zu dem neuartigen Vernetzungsprozess wurden zwei Patente eingereicht.

Florian Planitzer, Tamilaresan Parthiban, Nurjasmida Kadir,
Lean Seey Tan, Fauzi Salleh, Selvam Subramaniam