Wasserdicht – Wasserabweisend – Wassersäule – was bedeuten diese Angaben?

Gerade auf Baustellen und im Freien steht man auch mal im Regen. Um nicht in die Traufe zu kommen und vollkommen durchnässt in der Arbeitsbekleidung zu stehen, ist eine wasserdichte bzw. wasserabweisende Schutzbekleidung die richtige Wahl. Die Schutzprofis erklären was der Unterschied zwischen wasserdicht und wasserabweisend ist und was es mit der Wassersäule auf sich hat.

Es gibt kein schlechtes Arbeitswetter, es gibt die passende Arbeitsschutzbekleidung!

Die Wassersäule bestimmt, nach welchen Kriterien die Wasserdurchlässigkeit eines Stoffes oder einer Membran gemessen wird. Oder verständlicher ausgedrückt: Wie schnell lässt ein Stoff oder eine Membran Wasser durch?

Unterschied wasserdicht & wasserabweisend

Wasserdicht bedeutet, dass das Material für die Arbeitsbekleidung so dicht ist, dass kein Wasser durchgeht. in diesem Falle sollte man trocken bleiben, egal wie lange man draußen im Regen unterwegs ist. Ist eine Arbeitsjacke wirklich wasserdicht, saugt sich häufig nur die Oberfläche voll. Die Bekleidung im inneren bleibt aber ansonsten durch die speziellen wasserdichten Membrane trocken und geschützt. Wenn die Arbeitsbekleidung wasserabweisend ist (wasserfest), perlt das Wasser an der Oberfläche ab und wird davon abgehalten, ins Innere durchzudringen. In diesem Fall kann bei Dauer- oder Starkregen  leider nicht ausgeschlossen werden, dass es mit der Zeit auch im Inneren der Arbeitsbekleidung nass wird.

Die Wassersäule als Maßeinheit

Die Wassersäule ist die Maßeinheit, mit wieviel Wasserdruck auf ein Gewebe eingewirkt werden kann, bevor es als undicht gilt. Sie ist der Richtwert für die Wasserdichtigkeit des Stoffes und dient z.B. bei Regenbekleidung und im Outdoor-Bereich als Referenzwert. Die Wassersäule wird gemessen und bei den Produkteigenschaften mit angegeben. So fällt die Wahl leichter, welches Bekleidung für den jeweiligen Einsatz passend ist und den benötigten Schutz bietet.

Je höher die Wassersäule ist, desto wasserdichter ist das Gewebe.

Wie funktioniert der Wassersäulen-Test?

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Die Wassersäule wird im Prinzip immer ähnlich getestet. In einem hydrostatischen Wasserdruckversuch wird die Außenseite eines Stoffes im Labor geprüft. Dabei wird ein Stoffstück in einen Rahmen eingespannt und steigendem Wasserdruck ausgesetzt. Sobald drei Tropfen das Material sichtbar durchdringen, ist der Test beendet und die Wassersäule bestimmt.

Dann wird festgehalten, wie lange das Wasser gebraucht hat, sich einen Weg durch den Stoff zu bahnen. Der Druck, der zu diesem Zeitpunkt gewirkt hat, wird dann in Millimeter Wassersäule angegeben.

Die genormte Messung

Die Messungen der Wassersäule erfolgen nach unterschiedlichen Normen und Standards. Beispielsweise einem internationalen ISO 811 (DIN EN ISO 811:2018-08) oder den AATCC-Standard 127 aus den USA. In Deutschland tritt bei Bekleidung die europäische Norm DIN EN 343:2010-05 (Schutzkleidung gegen Regen) in Kraft.

Wenn eine Textile mit 10.000 mm WS ausgewiesen ist, hat die Textile eine Wassersäule von 10.000 Millimeter. 1.000 Millimeter Wassersäule entsprechen ungefähr dem Druck von 0,1 Bar.

Zum Vergleich:

1.000 mm: Das ist der Druck, den eine liegende Person mit 80 kg bei 1,80 m Körpergröße ausübt. Im Sitzen wird durch einen Menschen mit 80 kg durch die geringere Fläche ein Druck von 5.000 mm erzeugt. Im Knien sind es dann schon 14.000 mm bei 80 kg.

Hinweis: Dies ist auch der Grund, warum man im Zelt die Planen bei Regen nicht anfassen sollte. Das was vorher den Regen abhielt, wird durch den höheren Druck undicht und ergibt ein frohes Tropfen auf den Schlafsack

Wie wasserdicht die Regenbekleidung sein muss wird durch die Höhe des erzeugten Drucks bei der Arbeitstätigkeit bestimmt. Je mehr Druck dabei erzeugt wird desto höher muss die Wassersäule der Textile sein. Lassen Sie sich daher von einem Fachhändel für Arbeitsschutz beraten, so dass die richtige Schutzkleidung eingesetzt wird.

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