Problemfüße im Job? So helfen orthopädisch angepasste Sicherheitsschuhe wirklich

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Komfort, Schutz und Normkonformität – was sich durch die neue EN ISO 20345:2022 geändert hat

Viele denken bei Sicherheitsschuhen zuerst an Zehenschutz oder rutschfeste Sohlen – aber was, wenn deine Füße einfach nicht in die Standardschuhe passen?

Drückende Zehen, Schmerzen im Mittelfuß oder Knieprobleme sind keine Kleinigkeit – sie können langfristig deine Gesundheit gefährden. Besonders bei Senkfüßen, Spreizfüßen oder Hallux valgus merkt man schnell, dass normale Sicherheitsschuhe nicht ausreichen.

Hier kommen orthopädisch angepasste Sicherheitsschuhe ins Spiel – individuell gefertigt oder angepasst, immer normgeprüft und zunehmend in extra breiten Passformen erhältlich.

Warum Standard-Sicherheitsschuhe oft nicht ausreichen

Sicherheitsschuhe „von der Stange“ sind für den Durchschnittsfuß entwickelt – aber kein Fuß ist wirklich durchschnittlich.

Wer Fehlstellungen oder orthopädische Einlagen braucht, kennt das Problem: Druckstellen, ungleichmäßige Belastung, Schmerzen.

Manche beschreiben es als ein leichtes „Kippen“ beim Stehen oder Gehen – eine Fehlhaltung, die langfristig Knie-, Hüft- oder Rückenprobleme verursachen kann.

Fazit aus der Praxis: Ein falsch sitzender Sicherheitsschuh schützt nicht – er kann selbst zum Risiko werden.

DGUV 112-191: Der Normen-Check für orthopädische Sicherheitsschuhe

Die DGUV-Regel 112-191 sorgt dafür, dass orthopädisch angepasste Schuhe auch nach Veränderungen den vollständigen Schutz behalten – inklusive:

  • Zehenschutz
  • Durchtrittsicherheit
  • Rutschhemmung
  • Elektrische Ableitfähigkeit

Aber: Du darfst keine privaten Einlagen aus dem Alltag in Sicherheitsschuhen verwenden!

Schon kleine Höhenunterschiede zwischen Fußbett und Zehenschutzkappe können den Schutzraum verändern – im Ernstfall drohen Verletzungen.

Nur geprüfte Einlagen oder Anpassungen durch zertifizierte Fachbetriebe sind zulässig.

So funktionieren orthopädische Anpassungen

Es gibt drei zugelassene Varianten, wie Sicherheitsschuhe angepasst werden können:

  1. Geprüfte Einlegesohlen (Typ 1)Geprüfte Einlegesohlen sind speziell auf das Schuhmodell abgestimmt und sorgen für Komfort und Normschutz.Zwei Varianten sind zulässig:
    • Standard-Einlegesohlen des Herstellers – mit leichten Anpassungen wie Polsterung oder Stützfunktion (nicht fest verklebt).
    • Individuelle Einlegesohlen, die vom Orthopädieschuhmacher maßgefertigt werden und dauerhaft fest im Schuh integriert sind.
  2. Zugerichtete Sicherheitsschuhe (Typ 2)Fachbetriebe verändern bestehende Modelle, z. B. durch Polster, Dehnung oder Verstärkung.
  3. Maßgefertigte Sicherheitsschuhe (Typ 3)Komplett individuell gefertigte Modelle – ideal für komplexe Fußformen oder medizinische Anforderungen.

Orthopädische Anpassungen in der neuen EN ISO 20345:2022

Neu in der EN ISO 20345:2022-Norm sind unter anderem:

  • Die explizite Einteilung orthopädisch angepasster Sicherheitsschuhe in drei Typen:Einlagen-Lösung (Typ 1), Zugrichtung am Schuh (z. B. Dehnung, Polster, Fixierungen)“ i (Typ 2) und Maßanfertigung (Typ 3).
  • Eine klarere Festlegung, dass bei solchen Spezialmodellen die üblichen Schutzanforderungen – etwa Zehenschutz, Durchtrittschutz, Rutschhemmung – erhalten bleiben müssen.
  • Damit verbunden: mehr Transparenz, welche Schutz- und Prüfkriterien bei orthopädischen Modellen gelten.

Wichtig: Ob für eine konkrete Anpassung eine vollständige Neuprüfung erforderlich ist, hängt weiterhin vom jeweiligen Modell, Prüfverfahren und Hersteller ab.

Ziel der Norm ist es, die Norm-Konformität auch bei individuellen Anpassungen besser abzusichern – für mehr Sicherheit und Klarheit in der Praxis.

Wer trägt die Kosten?

Die Finanzierung hängt davon ab, wer den Schuh nutzt und warum:

SituationKostenübernahme durchHinweis
Sicherheitsschuhe sind Pflicht im BetriebArbeitgeberAnpassung wird als Teil der Schutzausrüstung gewertet
Medizinische Notwendigkeit (z. B. Hallux valgus)Krankenkasse / Rentenversicherung / BerufsgenossenschaftÄrztliche Bescheinigung erforderlich
Privater Kauf ohne VerordnungSelbstzahlerBeratung durch Fachbetrieb empfohlen

Tipp: Eine genaue Dokumentation der Anpassung und ein Kostenvoranschlag des Fachbetriebs erleichtern die Erstattung.

Vorteile im Arbeitsalltag

Orthopädisch angepasste Sicherheitsschuhe bieten mehr als nur Schutz:

  • Weniger Fuß- und Gelenkschmerzen
  • Bessere Haltung & Balance
  • Reduzierte Ermüdung bei langen Arbeitstagen
  • Normgerechter Schutz bei individuellen Bedürfnissen
  • Breite Passformen & flexible Anpassungen

Mehr zum Thema findest du im Blogbeitrag:

„Sicherheitsschuhe verstehen – das bedeuten S1 bis S7“

Praxisbeispiel aus der Industrie

  • Ein Lagerarbeiter mit Spreizfuß klagte über Schmerzen trotz neuer Sicherheitsschuhe.
  • Nach einer orthopädischen Anpassung (Typ 1: geprüfte Einlegesohle) arbeitet er nun schmerzfrei.
  • Der Schuh behielt seine Zertifizierung nach EN ISO 20345, da die Anpassung die sicherheitsrelevanten Eigenschaften nicht beeinträchtigte.
  • Ergebnis: bessere Ergonomie, höhere Trageakzeptanz und weniger Krankentage.
  • Die BG übernimmt nur bei berufsbedingter Fußproblematik. Bei rein privaten Problemen eher GKV / DRV.

Fazit – Schütz dich. Lieb dich.

Sicherheit endet nicht bei der Zehenschutzkappe.

Orthopädisch angepasste Sicherheitsschuhe verbinden Schutz, Komfort und Gesundheit – damit du dich im Job sicher und wohl fühlst.

Wenn Standardmodelle drücken oder schmerzen, ist eine orthopädische Lösung keine Option, sondern ein Gewinn für dein Wohlbefinden.

Lass dich von einem zertifizierten Fachbetrieb beraten – denn nur Schuhe, die wirklich passen, schützen auch wirklich.

Schütz dich. Lieb dich.