Corona Update – Warnung vor gefälschten Untersuchungshandschuhen

Während der Corona-Pandemie haben die Schutzprofis den Markt für persönliche Schutzausrüstung gerade im Bereich der Einwegprodukte ganz genau beobachtet. Hierbei haben wir mit erschrecken festgestellt, dass es in etlichen Bereichen zu absurden und gefährlichen Angeboten von Atemschutzmasken, Einweg-Schutzbekleidung, Handschuhen etc. an teilweise völlig ahnungslose Abnehmer gekommen ist. Alleine durch den großen Bedarf, der auch noch unerwartet entstand, konnten viele der Arbeitsschutzprodukte nicht nachgeliefert oder rechtzeitig geliefert werden. Es kam zu extremen Lieferengpässen, die zu einer begrenzten Verfügbarkeit von wichtiger Schutzausrüstung führten.

Corona Pandemie und gefälschte Atemschutzmasken

Gerade zu Beginn der Corona Pandemie wurden auffällig viele Angebote rund um Atemschutzmasken aufgerufen. Diese ganzen Angebote, die meistens sehr aggressiv über das Netz oder per Mail gestreut wurden, entsprachen in keiner Weise der CE Norm EN 149 ( FFP2- und FFP3-Masken). So aggressiv, wie die meist über das Internet vertriebenen Fälschungen auf den Markt gedrückt wurden, so offensichtlich waren die falsch gekennzeichneten Masken für den Fachhandel.

Die Fälschungen oder falsch gekennzeichneten Masken, meist durch völlig unerfahrene „Glücksritter“ angeboten, hatten nur das Ziel, aus der Not der Anwender, betrügerischen Gewinn erzielen. Eine ganz besondere Situation wurde uns von einem Koopertionspartner mitgeteilt, der bei Masken mit Filzschreiber das „Zertifikat“ als FFP2 oder FFP3 erhielten. Nach Einführung der Maskenpflicht u.a. im Einzelhandel wurden viel unzertifizierter DIY- oder Alltagsmasken auf dem Markt gebracht. Hierdurch kam es zu einer Entlastung in der Nachfrage für zertifizierten Atemschutz (FFP-Masken), und dennoch zu keiner wirklichen Besserung der betrügerischen Angebote.

Dass diese Glücksritter jeglicher Couleur hier mit jeder Art von betrügerischen Tricks zu Werke gegangen sind, zum Schaden der professionellen Anwender und zum Schaden der Gesundheit, ist Fakt. Man sehe sich (falls vorhanden), deren Webseiten an: branchenfremd, keine Fachkenntnis, keinerlei Expertise.

Corona: Vorsicht vor nicht zertifizierten Untersuchungshandschuhen

Jetzt zu der aktuellen Marktsituation von Einweghandschuhen (synonym Einmalhandschuhen, Untersuchungshandschuhen). Da die Nachfrage bedingt durch die Corona-Pandemie auch bei diesen Schutzhandschuhen extrem angestiegen ist, tummeln sich auch hier alle Typen ausgemachter Betrüger und Fälscher.

Die Empfehlung der Schutzprofis lautet ganz klar: kaufen Sie zertifzierte Einweghandschuhe nur beim Fachhändler, der Sie auch fachgerecht beraten kann. Der Fachhändler kann originale CE Zertifikat und Konformitätserklärungen zur Verfügung stellen.

Empfohlen werden Qualitätsprodukte Markenherstellern wie Ansell oder der österreichischen Firma Semperit. Semperit-Einweghandschuhe und Untersuchungshandschuhe werden in Österreich, China und Malaysia hergestellt. Wir haben bei Semperit-Handschuhen bis jetzt noch kein gefälschtes Zertifikat in der Hand gehabt. Anders ist das bei vielen anderern Anbietern und Herstellern von Einweghandschuhen (teilweise „No-Name“ Produkte). Warnung vor gefälschten Zertifikaten wurden zum Beispiel von dem Hersteller Top-Glove bereits mehrfach ausgesprochen.

Semperit ist über seine eigene malaysische Produktionsfirma Mitglied der Assoziation der malaysischen Kautschuk-Handschuh-Hersteller (MARGMA).

Die MARGMA warnt ausdrücklich vor gefälschten Zertifikaten und allen möglichen Arten von „Fake“ und Betrug. MARGMA-Mitglieder haben in den ersten 3 Monaten diesen Jahres 53 Milliarden Handschuhe hergestellt und trotzdem reicht die Produktion nicht aus, um den weltweiten Gesamtbedarf zu befriedigen. Für 2020 rechnet MARGMA damit, 220 Milliarden des Bedarfs von 330 Milliarden zu liefern. Da der Gesamtbedarf größer als das Angebot ist, ist Tür und Tor für gefälschte Waren aus anderen Quellen mit gefälschten Zertifikaten für Betrüger offen.

Gefälschte Zertifikate identifizieren

Eine gute Quelle, um gefälschte Zertifikate zu identifizieren ist auch die Webseite der European Safety Federation. Sollten Sie ein Zertifikat von außerhalb der EU erhalten so ist es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit verdächtig und damit möglicherweise illegal. Der Anreiz für Betrüger ist infolge der gestiegenen Preise zu groß. Gefälschte Zertifikate können natürlich auch alle EU „notified bodies“ (zertifizierte Stelle) betreffen. Kein „notified body“ ist gegen solchen Betrug gefeit. Bei Verdacht hilft hier nur die Nachfrage beim Zertifizierer oder der zertifizierten Stelle selbst.

Obige Ausführungen legen nahe, dass Einmalhandschuhe mit gefälschten Zertifikaten ein sehr großes Risiko für den Anwender darstellen. Er sollte es durch Wachsamkeit vermeiden, auf solchen Betrug hereinzufallen und sich selbst und eigene Mitarbeiter zu gefährden.

Gefälschte Untersuchungshandschuh sind unsicher! Finger weg!

Kaufen Sie persönliche Schutzausrüstung nur bei vertrauenswürdigen Händlern für Arbeitsschutz. Hierbei geht es um Ihre Gesundheit! Eine gute Quelle, um gefälschte Zertifikate zu identifizieren ist auch die Webseite der European Safety Federation.

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