Rutschgefahr im Herbst: So bleibt die Baustelle trittsicher

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Rutschgefahr im Herbst: So bleibt die Baustelle trittsicher

Nasses Laub, tiefe Sonne, kurze Tage – warum die Rutsch- und Stolpergefahr jetzt steigt und welche sechs Routinen dir[…]

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Nasses Laub, tiefe Sonne, kurze Tage – warum die Rutsch- und Stolpergefahr jetzt steigt und welche sechs Routinen dir helfen, Unfälle zu vermeiden

Der Herbst bringt keine völlig neuen Gefahren auf die Baustelle – aber er verschärft bekannte Risiken: Nasses Laub kann die Rutschgefahr erhöhen, feuchte Flächen trocknen langsamer ab und Blätter verdecken Kabel, Kanten oder Unebenheiten. Gleichzeitig erschweren Dämmerung und tiefstehende Sonne die Sicht. Ausrutschen, Stolpern und Stürzen sind wichtige Unfallrisiken bei der Arbeit. Mit geeigneten Sicherheitsschuhen, passendem Augenschutz und sechs einfachen Routinen kannst du dazu beitragen, diese Risiken zu reduzieren.

Morgens um sieben auf der Baustelle. Die Luft ist kühl, der Himmel noch grau, und über Nacht hat der Wind ganze Ladungen Laub über das Gelände verteilt. Auf dem Weg zum Container sieht alles harmlos aus: ein paar bunte Blätter auf den Bohlen, eine Pfütze neben dem Gerüst. Dann reicht ein einziger Schritt mit der vollen Werkzeugkiste in der Hand, und der Fuß rutscht weg. Meistens geht das gerade noch gut. Manchmal aber nicht.

Genau solche Momente machen den Herbst zu einer der unterschätzten Jahreszeiten im Arbeitsschutz. Die Rutschgefahr im Herbst entsteht selten durch eine einzelne große Gefahr – sondern durch viele kleine, die zusammenkommen. Schauen wir sie uns an.

Warum der Herbst so tückisch ist 🍁

Nasses Laub wirkt wie ein Schmierfilm. Die Blätter liegen locker übereinander, saugen sich mit Wasser voll und geben unter Belastung einfach nach. Auf Holzbohlen, Metallgittern, Treppenstufen oder glatten Platten wird daraus schnell eine Rutschbahn. Die Nässe bleibt. Regen, Morgentau und Nebel sorgen dafür, dass Flächen im Herbst kaum noch richtig abtrocknen. Lehm und Schlamm werden mit den Schuhen über das ganze Gelände getragen – auch auf Leitern, Rampen und Fahrzeugtritte.

Das Laub verdeckt, was du sehen müsstest. Kabel, Schläuche, Kanten, Schlaglöcher, herumliegendes Material: Was im Sommer auf einen Blick erkennbar war, liegt jetzt unter einer Blätterschicht versteckt.

Und das Licht spielt nicht mehr mit. Die Tage werden kürzer, morgens und abends wird in der Dämmerung gearbeitet. Gleichzeitig steht die Sonne tief und blendet – gerade nach einem Regenschauer, wenn nasse Flächen das Licht zusätzlich reflektieren. Wer geblendet ist, sieht die Stolperfalle vor den Füßen nicht.

Ausrutschen, Stolpern und Stürzen gehören seit Jahren zu den häufigsten Ursachen für Arbeitsunfälle. Im Herbst kommen viele dieser Faktoren zusammen – und genau deshalb lohnt sich jetzt der Blick auf die folgenden sechs Routinen.

Praxis-Tipps: So kommst du sicher durch den Herbst ✅

1. Sicherheitsschuhe ehrlich checken 🥾

Der richtige Fußschutz ist ein wichtiger Baustein gegen die Rutschgefahr im Herbst. Schau dir deine Sohlen genau an: Ist das Profil noch ausreichend ausgeprägt oder sind die Stollen bereits abgelaufen? Auch festgesetzter Lehm und Schmutz können die Griffigkeit beeinträchtigen.

Für Arbeiten im Außenbereich kommen je nach Gefährdungsbeurteilung beispielsweise Sicherheitsschuhe der Kategorien S3, S3L oder S3S infrage. Sie bieten unter anderem Schutz gegen das Eindringen von Wasser in das Obermaterial und einen Durchtrittschutz. Welche Ausführung geeignet ist, hängt von den konkreten Gefährdungen ab.

Die Norm für Sicherheitsschuhe enthält eine Grundanforderung an die Rutschhemmung. Das zusätzliche Kennzeichen „SR“ steht für eine ergänzende Rutschhemmungsprüfung auf einer Keramikfliese mit Glycerin. Es ist jedoch keine Garantie für sicheren Halt auf jedem Untergrund. Gerade auf nassem Laub, Schlamm oder unebenen Flächen bleiben ein geeignetes Sohlenprofil und umsichtiges Gehen wichtig.

2. Sohlen sauber halten 🧹

Lehm und nasses Laub setzen sich im Profil fest und machen die beste Sohle wirkungslos. Ein kurzer Stopp am Abstreifer oder ein paar Tritte gegen eine Kante wirken Wunder – vor allem, bevor du eine Leiter oder ein Gerüst betrittst.

3. Laufwege freihalten 🛤️

Laub regelmäßig von Zugängen, Treppen, Gerüstbelägen und Rampen entfernen. Das ist keine Kosmetik, sondern Unfallverhütung. Kabel und Schläuche möglichst bündeln und aus den Hauptwegen nehmen.

4. Augenschutz an die Jahreszeit anpassen 🕶️

Tiefstehende Sonne und Reflexionen auf nassen Flächen können die Sicht beeinträchtigen. Wähle den Augenschutz passend zu den Lichtverhältnissen und den Gefährdungen bei deiner Tätigkeit. Getönte Sichtscheiben können bei starker Helligkeit sinnvoll sein, während bei trübem Wetter und in der Dämmerung eine ausreichende Lichtdurchlässigkeit wichtig ist.

Achte bei feuchter, kühler Witterung auf geeignete beschlaghemmende Sichtscheiben. Beschichtungen und Kennzeichnungen geben Auskunft über bestimmte Eigenschaften; maßgeblich sind die Kennzeichnung der jeweiligen Schutzbrille und die Herstellerangaben. Die aktuelle Normenreihe für beruflichen Augen- und Gesichtsschutz ist EN ISO 16321.

Beim Laubblasen, Freischneiden oder Aufräumen können Blätter, Zweige und andere Partikel ins Auge gelangen. Wähle dafür einen Augenschutz, der die auftretenden Gefährdungen abdeckt, und trage ihn während der entsprechenden Arbeiten.

5. Langsamer gehen, Hände frei lassen 🚶

Klingt banal, macht aber den Unterschied: kürzere Schritte, Handlauf nutzen, schwere Lasten lieber zweimal tragen als einmal mit eingeschränkter Sicht. Wer beide Hände voll hat, kann sich beim Wegrutschen nicht abfangen.

6. Licht schaffen 💡

Wo in der Dämmerung gearbeitet wird, müssen Laufwege, Treppen und Übergänge ausreichend beleuchtet sein. So lassen sich Hindernisse und Unebenheiten besser erkennen. Achte trotzdem auf freie Wege und beseitige Stolperstellen – gute Beleuchtung allein verhindert keine Unfälle.

Fazit: Kleine Handgriffe, großer Unterschied

Der Herbst bringt keine völlig neuen Gefahren auf die Baustelle, aber er verschärft bekannte Risiken. Nasses Laub, feuchte Flächen und verdeckte Unebenheiten erhöhen die Rutsch- und Stolpergefahr. Mit geeigneten Sicherheitsschuhen, passendem Augenschutz, freien Verkehrswegen und ausreichender Beleuchtung kannst du dazu beitragen, das Unfallrisiko zu reduzieren.

Es sind die kleinen Handgriffe, die dazu beitragen, dass du abends genauso nach Hause kommst, wie du morgens losgegangen bist.

Schütz dich. Lieb dich. – Deine Schutzprofis 💛

Häufige Fragen

Warum ist die Rutschgefahr im Herbst besonders hoch?

Nasses Laub, feuchte Böden, Schlamm und verdeckte Unebenheiten können das Risiko für Rutsch- und Stolperunfälle erhöhen. Dämmerung und tiefstehende Sonne erschweren zusätzlich die Sicht. Freie Verkehrswege, ausreichende Beleuchtung und geeignetes Schuhwerk helfen, diese Risiken zu reduzieren.

Welche Sicherheitsschuhe eignen sich für den Herbst auf der Baustelle?

Welche Sicherheitsschuhe geeignet sind, hängt von der Tätigkeit und der Gefährdungsbeurteilung ab. Für Arbeiten im Außenbereich kommen beispielsweise Schuhe der Kategorien S3, S3L oder S3S infrage. Wichtig sind auch ein ausreichendes Sohlenprofil und saubere Laufflächen. Das Zusatzkennzeichen SR steht für eine ergänzende Rutschhemmungsprüfung, garantiert aber keinen sicheren Halt auf jedem Untergrund.

Worauf sollte ich bei einer Schutzbrille im Herbst achten?

Der Augenschutz muss zu den Lichtverhältnissen und den Gefährdungen der jeweiligen Tätigkeit passen. Getönte Sichtscheiben können bei starker Helligkeit sinnvoll sein, klare Sichtscheiben bei schlechten Lichtverhältnissen. Bei feuchter Witterung kann eine beschlaghemmende Ausführung hilfreich sein. Beachte die Kennzeichnung der Schutzbrille und die Herstellerangaben zur Norm und zu den Schutzeigenschaften.

Was ist eine wichtige Sofortmaßnahme gegen Rutschunfälle?

Halte Laufwege und Treppen frei von Laub und anderen Hindernissen. Reinige verschmutzte Schuhsohlen regelmäßig und passe deine Gehgeschwindigkeit an die Bedingungen an. Gefährliche Stellen sollten beseitigt oder, falls nötig, abgesperrt und gekennzeichnet werden.

Hilft Beleuchtung wirklich gegen Stolperunfälle?

Ja, ausreichende Beleuchtung verbessert die Erkennbarkeit von Hindernissen und Unebenheiten. Sie ersetzt jedoch nicht das Freihalten und Sichern von Verkehrswegen. Gerade in der Dämmerung sollten Laufwege, Treppen und Übergänge ausreichend beleuchtet sein.