Warnwestenpflicht in Deutschland: sind nach EN 471 zertifizierte Warnwesten noch zugelassen?

Seit dem 1. Juli 2014 besteht in Deutschland Warnwestenpflicht. In jedem Fahrzeug muss mindestens eine Warnweste vorhanden sein.

Warum gibt es eine Warnwestenpflicht?

Der Sinn des Tragens einer Warnweste ist die bessere Sichtbarkeit der Person außerhalb des Fahrzeugs, wodurch Unfälle vermieden werden sollen. Seit Herbst 2013 gilt die neue Norm EN ISO 20471 und löst die bisherige Norm EN 471:2003+A1:2007 ab. Die neue Norm beinhaltet einige Änderungen. So wird z. B. nicht mehr zwischen gewerblichen und nicht-gewerblichen Einsatz unterschieden. Stattdessen ist die Risikobewertung entscheidend (und damit die Sichtbarkeit der Person in einer Gefährdungssituation).

Wie muss eine Warnweste aussehen?

Die Designanforderungen entsprechend der neuen Norm sind im Wesentlichen von der EN 471 übernommen worden. In der EN ISO 20471 wurde festgelegt,

  • Die Reflexmaterialbreite muss mindestens 50 mm betragen  – Das Reflexmaterial muss den Torso umschließen (Rundumsichtbarkeit)
  • Der Abstand zum unteren Saum muss mindestens 50 mm betragen  – Der Abstand zwischen zwei Reflexstreifen muss mindestens 50 mm betragen
  • Farben: gelb, orange oder rot-orange

Nach der aktuellen Norm EN ISO 20471 zertifizierte Warnwesten sind leicht durch das neue Piktogramm zu erkennen.

Was soll man also mit den nach der „alten“ Norm zertifizierten Warnwesten tun?

Für den Handel: Hersteller werden in der Regel nach der neuen Norm zertifizierte Warnwesten ausliefern, jedoch sind nach EN 471 zertifizierte und bereits ausgelieferte Warnwesten weiterhin bis zum Ablauf der in der Baumusterprüfung vermerkten Frist im Handel und dürfen verwendet werden.

Für den Anwender: Selbst wenn die Kleidung „nur“ nach EN 471 zertifiziert ist, darf sie weiterhin unbegrenzt genutzt werden.